Der Fall Erzsébet Báthory

Das wilde Herz der Blutgräfin

Wenn eine ungarische Adelige sich einbildet, nur das Blut junger Mädchen verhelfe ihr zu ewiger Jugend, kann das schnell zur Dezimierung ganzer Dörfer führen ...

Sie ergriff die Rechte der Zitternden und stieß eine der großen Nadeln, welche auf ihrem Toilettentisch lagen, zwischen den Nagel des Mittelfinger. ›Thut das vielleicht weh?‹, sagte sie lauernd, als das Mädchen einen gellenden Schrei ausstieß.

›Entsetzlich, gnädige Gräfin‹, klagte die Bestrafte.

›Nun, so gib den zweiten Finger‹, gebot die unerbittliche Frau, und so stieß sie ihr in jeden Nagel eine der Nadeln, sich an den Zuckungen der armen weinenden Dienerin belustigend.

Als sie wieder mit Emerich allein im vertraulichen Gespräche saß, begann er. ›Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass ein schönes Weib so grausam sein kann, wie Ihr, Gräfin.‹

›Warum nicht? Es ist ein Genuss zu quälen wie zu herrschen und gerade ein schönes Weib hat Gelegenheit zu Beidem und ist thöricht, wenn sie es nicht benutzt‹, erwiderte sie.

(Leopold von Sacher-Masoch: "Ewige Jugend, 1611")


Hörprobe (mp3 / 01:06 min.)
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Informationen im Internet:

Wikipedia-Artikel über Erzsébet Báthory

 

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Enthalten im Hörbuch:

Die zarte Hand des Todes

Wenn Frauen morden...
ca. 306 Min.
2011, cc-live, 4 CDs
ISBN: 978-3-942416-91-7

Vertrieb: steinbach sprechende bücher

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